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AKTUELLES/WohnArt
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Freundeskreis Schloss Herrenhausen gegründet
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In der Havanna Lounge fand die Gründungsversammlung des Freundeskreises Schloss Herrenhausen statt. Drangvolle Enge herrschte in der Bibliothek – zu diesem Anlass hatten sich die Spitzen der Gesellschaft Hannovers versammelt. Versammlungsleiter Landtagspräsident Jürgen Gansäuer lobte die langjährige Initiative von HAUS & GRUND Hannover, ohne die der Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen niemals möglich gewesen sein. Dann leitete er die erste Wahl in der Geschichte des noch jungen Vereins. Wie zu erwarten war, wurde der Initiator des Wiederaufbaus Landtagsabgeordneter Rainer Beckmann (Vorsitzender HAUS & GRUND Hannover) von den Anwesenden zum Vorsitzenden gewählt. Rita Pawelski (MdB) und Dr. Mady Beissner wurden stellvertretende Vorsitzende. Für die Finanzen ist als Schatzmeister Prof. Michael Korth zuständig. Schriftführer wurde Rechtsanwalt Michael Wiechert. Zu den Gründungsmitgliedern gehören außerdem Landtagspräsident Jürgen Gansäuer, der stellvertretende Ministerpräsident Walter Hirche, Heinrich Prinz von Hannover, Zoodirektor Klaus-Michael Machens, 96-Chef Martin Kind, die Bürgermeister Bernd Strauch und Hilde Mönnig, Professor Erich Barke (Leibniz-Universität Hannover), Professor Werner Andres (FH Hannover), Klaus Woyna (Sparda-Bank), Architekt Peter Grobe, Bernd Herrmann (langjähriger NILEG-Geschäftsführer), CDU-Chef Dirk Toeppfer, Otto Decker (HAUS & GRUND Immobilien-Service), Valentin Schmidt (Hannover 96), Professor Andor Izsak (Hochschule für Musik und Theater), Professor Michael Sommer (Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen) und Karl-Heinz Rädecker (Bezirksverband der Kleingärtner). Große Emotionen in der Lounge - „Wir haben immer an den Wiederaufbau geglaubt – wie Helmut Kohl an die Wiedervereinigung“, erklärte der neue Vorsitzende Rainer Beckmann. „Jetzt werden wir die VolkswagenStiftung in den nächsten Jahren konstruktiv begleiten. Wir wissen, dass in dem Schloss moderne Räume entstehen werden, die der Bauordnung unserer Zeit entsprechen. Wir wollen aber auch darauf achten, dass die Interessen der Historiker beachtet und möglichst viele Räume restauriert werden. Das gilt insbesondere für die Seitenflügel, den Eingangsbereich und den Festsaal im ersten Stock.“ Schon heute, so Beckmann weiter, erhalte er täglich Anrufe von interessierten Bürgern, die ihn unter anderem über den Verbleib von Originalmöbeln aus dem ehemaligen Schloss informieren. Besonders wichtig, so Beckmann weiter, sei ihm die enge Zusammenarbeit mit der VolkswagenStiftung. „Der Wiederaufbau ist ein großes Geschenk der Stiftung an Hannover, und wir wollen helfen und zusätzliche Mittel einwerben. Auch dazu gibt es schon viele Ideen. So sollen Musikveranstaltungen und eine barocke Reitveranstaltung in Herrenhausen stattfinden.“ Begeistert schwärmte auch Architekt Dr. Peter Grobe von den Möglichkeiten, die das Schloss bieten wird. „Die große Freitreppe bildet die direkte Verbindung zum Festsaal. Dann stehen Festsaal und Innenhof für eine Feier zur Verfügung. Die Abtrennung zum Herrenhäuser Garten bildet das herrliche barocke Gitter.“ Gibt es demnächst auch ein Buch über das Schloss? Für Heinrich Prinz von Hannover, der sich als Verleger einen Namen gemacht und sich insbesondere auf die Geschichte der Welfen spezialisiert hat, ist das eine logische Konsequenz. „Es gibt herrliche Bücher über den Garten, aber das Schloss wurde immer ausgespart. Jetzt wird es Zeit, das zu ändern. So ein Buch verlege ich gern.“
Ab sofort können sich Interessierte, die Mitglied des Freundeskreises werden wollen, unter der Telefonnummer 0511 300 30 160 melden.
In den 70er Jahren hat die VolkswagenStiftung das Kultbuch „Grenzen des Wachstums“ (Club of Rome) finanziell unterstützt. In Schloss Herrenhausen sollen ab 2012 hochkarätige Kongresse auch an diesen Erfolg anschließen. Zukunftsfragen werden ein Schwerpunkt der Arbeit in dem neuen Wissenschaftszentrum sein. Man sieht es auf den ersten Blick, der Mann ist rundum zufrieden. Der Entschluss der VolkswagenStiftung, Schloss Herrenhausen wieder aufzubauen, hat bundesweit ein überwältigendes Medienecho ausgelöst. Generalsekretär Dr. Wilhelm Krull freut sich heute schon auf das Juwel mitten in den herrlichen Herrenhäuser Gärten. „Wann hat man das schon einmal, dass man nach anstrengender Seminararbeit den Blick heben und sich so etwas Schönes wie die königlichen Gärten anschauen kann.“ Bereits im Januar wird eine Arbeitsgruppe von Stadt und Stiftung letzte Einzelheit des Wiederaufbaus klären. Dann sollen die Arbeiten so schnell wie möglich beginnen. „Spätestens zu unserem Jubiläum im Jahr 2012 soll das Schloss fertig sein“, hat sich Krull vorgenommen. So soll zügig ein Architektenwettbewerb für den Innenausbau ausgeschrieben werden. Gesucht werden Experten für Rekonstruktion. Über die Gestaltung der Fassade besteht ja weitgehend Einigung. Sie soll nach dem Willen der Verantwortlichen in Stadt, Land und Stiftung in der klassizistischen Laves-Version errichtet werden. Diskussionswürdig ist sicher noch die Gestaltung der Innenräume. „Wir werden es mit Sicherheit nicht so machen wie in den 70er Jahren als ein größtmöglicher Kontrast zwischen Innen und Außen angestrebt wurde. Am Leibniz-Haus kann man das besonders deutlich sehen. Wir streben ein harmonisches Miteinander an. So werden in den Flügeln die Kutschen der Welfen und Leibniz-Exponate ihren Platz finden. In diesen Räumen kann ich mir eine historische Rekonstruktion gut vorstellen“, hat sich Krull schon festgelegt. „Etwas schwieriger wird es in den anderen Bereichen des Hauses.“ Bekanntlich wird ja unterirdisch ein großer Tagungssaal errichtet, der allen Ansprüchen an moderne Tagungstechnik entsprechen soll. Für Arbeitssitzungen und Seminare sollen alle anderen Räume des Hauses nutzbar gemacht werden. „Das sorgt natürlich dafür, dass historische Rekonstruktionen an natürliche Grenzen stoßen. Hinzu kommen Bauordnung und moderne Sicherheitsvorschriften“, erklärt Krull. „Laves musste nicht an Brandschutztüren und Fluchtwege denken. Und behindertengerecht wurde erst recht nicht gebaut.“ Allen diesen Problemen zum Trotz möchte Krull gerade den großen Festsaal so repräsentativ wie möglich gestalten. „Das wird das Aushängeschild des Schlosses“, hat er sich vorgenommen. „Mit dieser Vorgehensweise haben wir beim Leibniz-Saal in der Berlin-Brandenburgischen Akademie hervorragende Erfahrungen gemacht. Der Saal ist fast ständig ausgebucht.“ Krull staunt immer noch über die zahllosen Anrufe und Zuschriften, in denen der Stiftung zu ihrem Entschluss gratuliert wurde. „Dass jetzt auch noch ein Freundeskreis Schloss Herrenhausen gegründet wurde, freut mich ganz besonders.“ Zu dem Vorsitzenden des Freundeskreises Rainer Beckmann will Krull engen Kontakt halten. „Wir haben ein gemeinsames Ziel, und daran wollen wir gemeinsam arbeiten“, haben Krull und Beckmann auf einem ersten Sondierungsgespräch beschlossen.“ Natürlich, so Krull, habe es auch Leute gegeben, die die Ansicht vertreten, dass es in Hartz IV-Zeiten nicht angebracht sei, ein Schloss wieder aufzubauen. „So kann man eine Stadt natürlich nicht nach vorn bringen“, vertritt Krull den Entschluss. „Unsere Investitionen in den Wissenschaftsstandort Hannover setzen ein deutliches Signal – hier spielt die Zukunftsmusik.“ Hierzu passt, dass in Herrenhausen unter dem Motto „Herrenhäuser Konferenzen“ insbesondere Zukunftsfragen behandelt werden sollen. „Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus? Wohin führt uns die Informationsgesellschaft? Wir werden den Begriff Nachhaltigkeit neu diskutieren müssen. Wir werden über langfristige, nachhaltige Umweltprogramme reden müssen. Die Probleme der alternden Gesellschaft werden ebenso thematisiert wie Migration und Integration. Dabei legen wir großen Wert darauf, Praktiker und Theoretiker zusammen zu führen. Die Wissenschaft muss raus aus ihrem Elfenbeinturm“, gibt Krull erste Einblicke in die inhaltliche Arbeit. „So muss niemand befürchten, dass wir in Herrenhausen eine elitäre Denkfabrik, einen exklusiven Denkraum einrichten wollen. Wissenschaftler von Weltruhm werden an den Veranstaltungen teilnehmen, und durch öffentliche Vorträge wird auch die Bevölkerung von der Arbeit dort profitieren.“ „Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass die Treffen der großen europäischen Stiftungen, in Zukunft auch in Hannover stattfinden werden. Den passenden Rahmen dafür haben wir dann“, blickt Krull zuversichtlich in die Zukunft. „Für das Image Hannovers ist die Schlossdiskussion, die in den letzten Wochen in allen Massenmedien Deutschlands positiv geführt wurde, bereits jetzt schon optimal gewesen. Hochkarätige Veranstaltungen werden diesen Effekt sicher noch weiter steigern. Schloss Herrenhausen muss weltweit ein Synonym für zukunftsorientiertes Denken werden. “ Bei den 95 Mitarbeitern der Stiftung ist der Schlossaufbau auf jeden Fall schon positiv angekommen. Sie haben eine ganze Wand im Treppenhaus mit Artikeln zum Schlossaufbau gefüllt – allein mit Artikeln aus Hannovers Tageszeitungen. Die Artikel der bundesweit agierenden Zeitungen würden das Treppenhaus füllen.
Rainer Hahne
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